Kaviar


Kaviar
Kaviar Sm "Fischrogen (besonders vom Stör)" erw. fach. (16. Jh., Form 17. Jh.) Entlehnung. Über venez. caviaro entlehnt aus gr. chaviárion (-árin, -ári, belegt seit dem 9. Jh.). Die Bildung ist wohl im Griechischen entstanden, aber formal kaum durchsichtig. Nach Georgacas geht der Hauptteil auf eine mundartlich griechische Entsprechung von l. ovārium zurück, die letztlich * abgiárion ergab, das ch- aus einer Kürzung des vermuteten Kompositums * tarichabgiárin "marinierte Fischeier" zu gr. tarĩchos "gesalzener Fisch". Eine Bestätigung könnte diese Annahme darin finden, daß der Kaviarersatz Botargo auf Griechisch gr. abgotáracho heißt, mit etymologisch entsprechenden Elementen in umgekehrter Reihenfolge. Die heute führende russische Kaviarproduktion ist erst im 18. Jh. aufgekommen.
   Ebenso nndl. kaviaar, ne. caviar(e), nfrz. caviar, nschw. kaviar, nnorw. kaviar, nisl. kavíar.
Joest, W. Zs. f. Ethnologie 22 (1890), 210-223;
Politis, N. G. Estía eikonographēménē 2 (1890), No. 32;
Littmann (1924), 110;
Eilers, W. FS Nobel (Neu Delhi 1963), 48-58 (iran. māhi-i-ξāvi-yar "der Eier tragende Fisch" und Metonymie);
Szemerényi, O. Welt der Slaven 12 (1967), 294f.;
Georgacas (1978), 148-150, 189-237;
Lokotsch (1975), 68;
Röhrich 2 (1992), 830. gr.

Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache. 2013.